Lawinen in den Alpen fordern 38 Opfer


Von meteomorris an 16 Februar 2016 · 0

Am 3 en Januar 2016 fiel der erste Schnee dieser Saison. Jetzt, Mitte Februar, ist die Anzahl der Lawinenopfer bereits bei 38. Nun, 10 von ihnen waren Bergsteiger die im Hochgebirge bei wenig Schnee von einer Lawine überfallen wurden. Aber es bleiben immer noch 28. Und das in 6 Wochen Zeit. Fakt ist: etwas weniger als fünf Opfer pro Woche. Und die Hochsaison in den Alpen hat gerade erst angefangen. Hier folgt eine Übersicht der Orte, an denen diese Lawinen herrunter kamen. Für mehr Info, ist hier eine Tabelle.

Bemerkenswerte Fakten:

Die Materie näher betrachtet: es gibt einige bemerkenswerte Fakten:

  • 9 Opfer trugen einen Lawinenairbag den sie benutzt haben
  • Mindestens 13 Opfer trugen kein LVS Gerät
  • Mindestens drei Opfer waren allein unterwegs
  • 3 Opfer waren Jugendliche
  • 4 Opfer auf geschlossenen Pisten

Mit Blick auf die Lage der Lawinen gibt es auch noch eine Reihe von Fragen:

  • Alle Lawinen kamen zwischen West über Nord nach Süd herunter. Keine Hangneigung war südlich
  • Alle Lawinen ereigneten sich über 1950 Höhenmetern. Oder fast immer oberhalb der Baumgrenze
  • Soweit bekannt waren alle Opfer an an Steilhängen unterwegs. Steiler wie derzeitig durch den Entscheidungsstrategiën empfohlen wurde.

Lawinen sind unser grösster Feind
Lawinen sind unser grösster Feind

Es ist ein komischer Winter

Die gefährliche " Skifahrerlawine " wurde hier bereits von Haas beschrieben. Die Gefahr liegt darin dass Schneedecke sich ständig verändert. Die verschiedenen Schwachschichten haben im November 2015 viele Lawinen verursacht. Der Schnee verändert sich ständig und besteht aus vielen Schichten. Die Schneedecke ist nicht homogen, darin liegt die Gefahr. Es gab zwei Opfer auf geschlossenen Pisten. Allerdings gab es auch mindestens drei Lawinen auf offenen Pisten. Glücklicherweise gab es keine Todesopfer, nur Verletzte. Auch die Zahl der neun Opfer mit einem gezogenen Airbag geben zu denken. Das Wundermittel scheint kein Wundermittel zu sein. Eine nähere Untersuchung zeigt folgendes. Ein Opfer verlor seinen Rucksack in der Gewalt der Lawine, ein zweites Opfer wurde von der Lawine gegen einen Baum geschoben, und die anderen Opfer vielen mit ihren Airbag in ein sogenannten Terrain Trap. ( Eine Stelle wo die Lawine zum Stillstand kommt und der Schnee akkumulieren muss. Terrain Traps werden oft ( unbewust ) bei der Routewahl vergessen.

Patrick schrieb einen interessanten Blog über : eigen Verantwortung abseits der Pisten.

Extrem gefährlich, oberhalb der Baumgrenze!

Die Lawinengefahr bleibt also akut. Vor allem oberhalb 2200 Meter. Dort gibt es an vielen Stellen noch Schwachsichten in der Schneedecke. Allerdings sind diese Schichten an den meisten Stellen bereits bedeckt. Aber der Wind bewirkte viele Schneeverfrachtungen (Lockerer Schnee wird über die Schneeoberfläche des Geländerückens geweht, es entstehen kleine Schneefahnen und Wechten). Viele zeigen, dass die Schneedecke an manchen Stellen noch instabil sein kann. Alte Schwachschichten machen die Schneedecke sehr instabil. Wenn das Gewicht eines einzelnen Rider auf diese Schicht drückt, ist es genug um die Schneedecke zu zerstören. Mit demzufolge die Gefahr für ein sehr gefährliches Schneebrett. Diese Reportage von einer grossen Lawine zeigt die Folgen.

(C) Safety Academy
(C) Safety Academy

Selbst für Experten ist diese Gefahr nicht immer gut sichtbar. Die einzige Möglichkeit ist: konservatives Riden und bestimmt nicht übermütig werden. Dabei sind Steilhänge zu vermeiden. Es ist ganz wichtig die richtige Entscheidung zu treffen. Für solche Entscheidungsstrategiën könnt ihr euch hier weiter informieren. Spielt kein Russian Roulette mit euer Leben. Überprüft jeden Tag die lokalen Lawinenlageberichte, und vergesst nie: Pieps, Schaufel und Sonde mit zu nehmen. Keine Kenntnisse? Bucht einen Ski-oder Bergführer. Es lohnt sich!


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