Winter Vorhersage 2016/2017: 5 Tipps für einen tollen Winter!


Von meteomorris an 30 Oktober 2016 · 0

Kaum ist der Sommer vorüber, hat der Winter mein Leben wieder fest im Griff. Ich bin umgeben von unzähligen Apps, Mails, Texten, PMs mit Fragen wie „Wird es ein guter Winter in den Alpen?“ Meine Standard-Antwort lautet immer „sehr gut“. Wenn ich zurückblicke, dann muss ich auch resümieren, dass ich immer recht damit hatte. Seit über 30 Jahren beobachte ich jetzt das Wetter in den Alpen. 30 Jahre in denen sich meine Winter-Vorhersage auf einen einzelnen Satz herunterbrechen lässt: Seid flexibel, dann habt ihr immer einen guten, vielleicht sogar einmaligen Winter. Lasst mich euch fünf Gründe nennen warum das zu 100% zutrifft.

1. Die Statistik: Langzeit-Vorhersagen liegen nicht immer richtig

Winter-Vorhersagen treffen nicht immer auch so ein. Daran ist auch nicht merkwürdig, denn auch wenn sich die Computer-Modelle über die Jahrzehnte stark verbessert haben, ist es immer noch ausgesprochen schwierig das Wetter für eine ganze Saison vorherzusagen. Eine Vorhersage für sieben Tage zu geben ist schon schwierig genug. Vorhersagen, die über sieben Tage hinausgehen sind zu 50% falsch, was ein bisschen nach Roulette-Tisch im Kasino klingt.

Die Macht der Vorhersage
Die Macht der Vorhersage

2. Ein Winter dauert immer länger als ein Trip

Die Saison oberhalb von 2000 Metern halt zwischen 100 und 150 Tagen an. Das sind in etwa fünf Monate mit allem möglichen Schnee, von Powder bis Sulz ist alles dabei.

Genau das suche ich
Genau das suche ich

Aber euer Powder-Trip dauert nun mal keine 150 Tage, auch wenn ihr euch das vielleicht wünscht. Wenn die Vorhersage euch wissen lässt, dass der Winter 0,5 Grad kühler wird und das bei 10% mehr Schneefall als sonst, was sagt euch das? Nun es ist eben ein Mittelwert, wenn ihr eure Unterkunft lange im Voraus bucht, kann es euch trotzdem passieren, dass ihr eine der „schlechten“ Wochen erwischt und euer Winter mies wird. Letzten Winter ging es vielen Leuten so. Es geht eben darum zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Schaut mal rein, in unserem dritten Teil des Roadtrips durch die Schweiz.

3. Es schneit nicht nur in “deinem“ Gebiet

Viele Skifahrer und Snowboarder hängen zu sehr an ihrem Heimatgebiet. Das kann entweder daran liegen, dass man dort lebt, nicht weit fahren muss, oder einfach seit Jahren immer wieder dorthin fährt. Immer im selben Gebiet powdern zu gehen, ob das jetzt im österreichischen Vorarlberg ist oder im französischen Savoie, hat zwar seine Vorteile, doch gibt es einfach so vieles mehr zu entdecken.

TIPP: Seht euch doch mal die 370 Freeride-Ziele der Alpen an

Ich jage einfach Stürme.Tollen Pulverschnee habe ich in Gebieten im gesamten Alpenraum finden können. Ich habe tolle Erinnerungen anHernn Lombardi in Airolo, kann den Kaffee aus Prali immer noch riechen, die Tartiflette aus Seythenex immer noch schmecken und manchmal wünsche ich mir ich würde immer noch in Dörfern wie Alagna, Vogel oder Champex festsitzen. Powder eröffnet euch neue Gebiete, neue Kulturen und neue Leute. Frau Hölle wird nicht immer ihre Kissen über eurem Gebiet ausschütteln, also achtet darauf, dass ihr immer eine Nasenlänge voraus seid.

Es schneit nicht nur in Vorarlberg
Es schneit nicht nur in Vorarlberg

4. Dezember ist nicht März

Unterschätzt nie die Bedeutung der Jahreszeiten. Den ersten Schnee findet ihr auf den Gletschern, doch werdet ihr den besten Tag des Winters eher Ende Februar in einem Gebiet wie Damüls erleben, oder wenn ihr Ende April steile Hänge in Chamonix fahren könnt. Jeder Monat ist eben anders. In den Voralpen sind die Bedingungen meistens Mitten im Winter am besten, die Gebiete am Alpenhauptkamm solltet ihr besser am Anfang der Saison oder gegen Ende (ab März) ansteuern. Die Lage eures Gebiets und der Abschnitt der Saison sind zwei der Faktoren, die ihr bedenken solltet. Vom Mikroklima hab ich jetzt ja noch gar nicht gesprochen.

Powder ist eine Wahl
Powder ist eine Wahl

5. Seid geduldig und folgt dem PowderAlarm

Manchmal geht der Winter schon im Oktober los, manchmal dauert es bis Dezember, ehe die ersten nennenswerten Schneefälle auftreten. Manchmal macht der Winter im Januar eine Pause und kommt erst im Februar wieder zurück. Wenn ihr Lust auf frischen Pulverschnee habt, dann müsst ihr auch maximal flexibel bleiben. Bucht also so spät wie möglich. Wenn in eurem Lieblingsgebiet kein Schnee im Dezember liegt, dann sucht euch einfach ein Gebiet aus der Vorhersage heraus, in dem auch Schnee liegt. Ganz einfach: Verfolgt jeden PowderAlarm und ihr erlebt den Winter eures Lebens.

PS: Die Chancen auf einen kalten Winter stehen nicht schlecht

Sowas sage ich normalerweise ja gar nicht, doch es könnte sein, dass der Winter kälter als gewöhnlich ausfällt. Die Schneedecke in Sibirien ist gewachsen (ganz besonders unterhalb des 60. Nördlichen Breitengrades), während es in der Arktis weniger Eis als für die Jahreszeit üblich gibt. Das sind zwei Anzeichen für einen Winter der kälter als gewöhnlich ist.

TIPP: Lest mehr über die größere Chance auf einen kalten Winter

Klar, es kann euch immer noch passieren die falsche Woche zu buchen, den falschen Monat zu erwischen, oder im falschen Gebiet zu landen. Mittlerweile gibt es von den Skigebieten alle möglichen Versprechen: Warme Hintern dank beheizter Sitze, das beste Aprés Ski, die tollsten Hotels, Kunstschnee und fancy Wellness. Das was mir das allerwichtigste auf einer Reise ist kann mir aber kein Gebiet versprechen: Frischer Schnee. Das ist auch gut so, denn beim Powdern geht es für mich einfach auch um das Entdecken.

„Happy hunting“ diesen Winter!


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