Nach PowderAlarm #5 folgen weitere Schneefälle!


Von meteomorris an 6 Dezember 2017 · 0

Eine interessante Wetterperiode steht uns bevor. Heute ist es in den Alpen noch sonnig, aber ab Freitag könnt ihr euch auf eine Achterbahnfahrt der Sturmtiefs einstellen. Das liegt alles an einem Hochdruckgebiet, das sich nach Süden bewegt. Der Jetstream wirkt sich dadurch weiter westlich aus und somit kommt ein Sturm in die Alpen. Ab dem Wochenende ist PowderAlarm #5 gültig. Heute in der Vorhersage:

  • Ruhe vor dem Sturm
  • Sturm Walter bringt und Powder Alarm #5
  • Zweiter Sturm durch westlichen Jetstream
  • Dritter Sturm auf den Karten
  • Tipps für das Wochenende

Ruhe vor dem Sturm

Heute war es sonnig in den Alpen, was an einem Hochdruckgebiet lag. Wenn ihr euch die Webcams von Tignes/Val d'Isère, Engelberg, St. Anton am Arlberg, Obertauern oder Sella Nevea ist das egal, denn ihr seht einen Bilderbuchwinter. Es fühlt sich schon so richtig nach Winter an!

Einige Gebiete könnten aber auch noch etwas mehr Schnee vertragen. Seht euch die Webcams von Vars-Risoul in den französischen Südalpen, Zermatt im Wallis oder dem Monte Rosa Skigebiet im nördlichen Piemont an, dann erkennt ihr, dass dort noch ein bis zwei Stürme notwendig sind um abseits der Pisten fahren zu können. Besonders die französischen Südalpen, Aosta, das nördliche Piemont, das Oberwallis (Haute Valais), Ticino, das Engadin und die Lombardei brauchen mehr Schnee. Der Schnee am Wochenende bringt noch keine Erleichterung, aber vielleicht der Sturm darauf.

Sturm Walter bringt und Powder Alarm #5

Auf den Karten ist Sturm Walter bereits sichtbar. Eine starke Strömung aus Nord-Nordwest zieht ein und diese Strömung bringt viel Schnee und kalte Luft. Seht euch die Bilder unten an. Das Bild links zeigt euch den Jetstream. Der Rote Schweif bewegt sich auf den Nordwesten der Alpen zu und bringt den Alpen Wolken. Diese Wolken treffen auf die Alpen, können nicht ausweichen, werden gezwungen aufzusteigen und lassen ihren Schnee frei. Es wird sehr kalt. Das zweite Bild zeigt die Temperatur auf 1500 m, am Samstag wird es kaum wärmer als -10 Grad. Wenn ihr mich fragt ist das kalt. Dazu könnt ihr mit starken Schneefällen rechnen (drittes Bild).

Das passiert in den nächsten Tagen:

  • Donnerstag: Die Ruhe vor dem Sturm. In der Nacht auf Freitag kommt die Warmfront an und kurz darauf kommt die Kaltfront auf. Die Schneefallgrenze fällt von 1800 m auf 1500 m.
  • Freitag: Angefangen von den französischen Südalpen erstrecke sich kräftige Schneefälle über die französischen Nordalpen, den Westen und Norden der Schweiz, sowie über den Westen Österreichs. Die Schneefallgrenze fällt auf 600 m (später sogar bis in die niedrigsten Täler) im Nordwesten. Zeitgleich schneit es in den westlichen Dolomiten, ganz besonders an der Grenze Italien/Slowenien/Österreich. Eine zweite Front aus Norden zieht im Laufe des Nachmittags ein und es beginnt in den Nordalpen zu schneien. Die Nacht auf Samstag wird so richtig kalt.
  • Samstag: In den Nordalpen schneit es weiter hin von Zeit zu Zeit, hin und wieder blitzt auch die Sonne heraus. Auf der Südseite des Alpenhauptkamms scheint die Sonne. In den gesamten Alpen ist es kalt.
  • Sonntag: In den gesamten Alpen beginnt der Tag mit Chancen auf Sonne. Am Nachmittag kommt aber eine neue Front in den Alpen an. Rechnet mit Föhn auf der Nordseite der Alpen, während im Süden und Westen Wolken aufziehen und es zu schneien beginnt. Der Auftakt eines weiteren Sturms.

Gelbe Punkte auf der Nordseite sind Anzeichen für Föhn
Gelbe Punkte auf der Nordseite sind Anzeichen für Föhn

Zweiter Sturm durch westlichen Jetstream

Zunächst kam der Jetstream aus Norden, doch ab Sonntag kommt er aus Westen. Der Teufel steckt mal wieder im Detail, seht euch nur mal den Jetstream auf dem linken Bild an. Laut den jüngsten Berechnungen kommt er aus West-Südwest. Das sorgt am Sonntagnachmittag für einen Föhn auf der Nordseite des Alpenhauptkamms (grüner Streifen auf der rechten Karte) und auf der Südseite für orographische Abkühlung.

In den französischen Südalpen beginnt es zu schneien, genau wie auf der Südseite der Alpen und den französischen Nordalpen. Am Sonntagabend steigt die Schneefallgrenze in den französischen Nordalpen sobald wärmere Luft einströmt. Zeitgleich sinkt die Schneefallgrenze auf der Südseite der Alpen und den französischen Südalpen durch orographische Abkühlung. So sieht es mit den erwarteten Schneefällen aus: Sonntagabend (links), Montag (Mitte) und Dienstag (rechts):

Da weit in der Zukunft, kann sich daran natürlich noch einiges ändern. Eine kleine Veränderung im Verlauf des Jetstreams stellt alles auf den Kopf. Im Moment sieht es aber wie folgt aus: Am Sonntag Föhn und eine einströmende Warmfront mit Niederschlägen in den französischen Nord- und Südalpen. Am Montag eine Warmfront mit Niederschlägen in den West- und Südalpen, dann eine Kaltfront mit Niederschlägen für den Nordwesten, doch weiterhin Föhn im Norden Österreichs. Rechnet mit einströmender Kaltluft und Schnee auf der Nordseite ab Dienstag. Aber ich sage es nochmal, sehr kleine Veränderungen haben sehr große Auswirkungen. Darum rate ich euch mit der Planung noch meine nächste Vorhersage abzuwarten.

Dritter Sturm auf den Karten

Der Jetstream kommt weiterhin aus Westen und das bedeutet ihr könnt in den Westalpen mit weiteren Schneefällen rechnen. Ich halte euch auf dem Laufenden.

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Tipps für das Wochenende

Steigende Temperaturen am Donnerstag, fallende Temperaturen am Freitag, sehr kalt am Samstag und etwas wärmer am Sonntag. Aufgrund wechselnder Windrichtungen könnt ihr mit Schneeverfrachtungen rechnen und damit, dass sich die Front sehr schnell bewegt. Keine guten Bedingungen für eine Skitour, aber Freeriden ist möglich. Im Nordwesten schneit es am Freitag durchgehend, am Samstag und möglicherweise am Sonntagmorgen kommt die Sonne durch. Ihr solltet in den französischen Nordalpen, dem Westen und Norden der Schweiz oder in Vorarlberg sein um zu powdern. Auch in Tirol, Salzburg und der Steiermark wird es am Samstagnachmittag ganz gut. Aufgrund der schlechten Sicht empfiehlt es sich in Skigebiete mit Wäldern zu fahren.

Stay stoked, Morris


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