Wie findet man den besten Schnee Japans?


By meteomorris on 29 October 2015 · 0

Egal welchen Freeride Film man schaut, es ist beinahe ausgeschlossen, dass darin keine Aufnahmen von Japan zu sehen sind. Aus dem Land der aufgehenden Sonne wurde was Land der fallenden Flocke. Es ist noch gar nicht so lange her, da war es schwierig einen Ausländer auf Japans Pisten zu finden. Japan war eine zerfallende Wintersport Nation. Die alternde Population und stagnierende Wirtschaft führten zu einer schrumpfenden Population mit geringer Kaufkraft und die Skigebiete hatten grosse Probleme. Die Anschläge von 9/11 waren eine der treibenden Kräfte für Australier und Neuseeländer um zum Skifahren nach Japan zu gehen. Es stellte sich heraus, dass die bis zu diesem Zeitpunkt unbekannte Skifahrernation ein paar hundert kleinere sowie ein paar grössere Skigebiete hat. Aber alle hatten eines gemeinsam: Unmengen von Schnee!

Ist Japan so viel besser als Europa oder Nordamerika? Haben sie Lifte auf dem neuesten Stand der Technik? Die besten Backcountry Lines? Die lebendigsten Skigebiete? Nicht wirklich. Nun, die Qualität der Lifte ist okay, das Backcountry ist an gewissen orten atemberaubend und es gibt einige Karaokes. Aber das sind alles keine Gründe um die halbe Welt zu fliegen. Nein, nach Japan reist man einzig und allein wegen dem Schnee. Japan ist mit einem der besten, wenn nicht mit dem besten Schneeklima der Welt gesegnet. Und schlussendlich ist es doch der Schnee der uns am meisten fasziniert oder? Aber weshalb ist der Schnee in Japan so gut? Das hat zwei Gründe:

  • Die Menge des Schnees
  • Die Qualität des Schnees

Warum schneit es in Japan so viel?

Die Japanischen Inseln liegen im Meer (für diese Erkenntnis gibt es wohl keinen Nobelpreis). Im Osten liegt der Pazifik und im Westen das Japanische Meer. Also haufenweise Wasser um die Luftfeuchtigkeit hoch zu halten. Des Weiteren dominiert im Winter ein Wind aus Nordwesten. Dieser bringt sehr trockene und kalte Luft aus Sibirien. Über dem Japanischen Meer nehmen diese Luftmassen viel Feuchtigkeit auf bevor sie auf Japan treffen. Zu guter Letzt sind da die Japanischen Alpen auf der Hauptinsel Honshu mit einigen Gipfeln über 3000 Metern und die Hügel und Vulkane auf der Nordinsel Hokkaido. Eine Serie von Gipfeln und Gebirgskämmen formen eine perfekte Wand um die über dem relativ warmen Japanischen Meer entstandenen Wolken zu stoppen und zum Schneien zu zwingen. Das Resultat sind Schneestürme die Yamayuki (Schnee im Gebirge) oder Satoyuki (Schnee in den Tälern) genannt werden. Diese siehen Folgendermassen aus.

Clouds entwickeln über dem Japanischen Meer
Clouds entwickeln über dem Japanischen Meer

Wintermonsun in Japan
Wintermonsun in Japan

Der meiste Schnee fällt in der Region Japans in der die kalten Luftmassen aus Sibirien die grösste Distanz über das Japanische Meer zu überbrücken haben. Joetsu ist eine Stadt westlich der Japanischen Alpen die knapp über dem Meeresspiegel liegt und in der jährlich ca. 6.3 Meter Schnee fällt. Dieser Schnee wurde von der Feuchtigkeit des Japanischen Meeres Generiert. In dieser Region, etwa 250 bis 300km westlich von Tokyo, befinden sich die meisten Skigebiete Japans. Nagano wird wohl jedem ein Begriff sein, aber vielleicht sagen Ihnen auch Namen wie Hapoo-One, Hakuba, Cortina oder Myoko Kogen etwas.

Das Wunder von Joetsu hat auch einen Nachteil. Die Region liegt um den 37. Breitengrad was in etwa der dem Breitengrad von Athen, San Francisco oder Sevilla. Des bedeutet das die Temperaturen selbst in den Wintermonaten schnell ansteigen können (auch deutlich über die 0° Grenze). Der meiste Schnee fällt zwischen Dezember und Februar. Ab März steigen die Temperaturen rasch an.

Die Qualität des Schnees

Myoko Kogen ist die Region die den Meisten Schnee erhällt. Man findet hier aber nicht immer den besten Schnee. Steigende Temperaturen können den schnee ziemlich schwer machen. Nein, für den besten Schnee muss man Richtung Norden Reisen. Über 1000km Richtung Norden auf die Insel Hokkaido. Hier gibt es fast genau so viel Schnee aber weil es deutlich kälter ist, ist die Qualität des Schnees besser (weil trockener). Es heisst der Schnee sei in etwa so trocken wie derjenige in Utah. Der Schnee besteht zu 8% aus Wasser und zu 92% aus Luft. Schnee kann kaum trockener oder lockerer sein.

Natürlich gibt es auch auf Honshu tage an denen der Schnee äusserst trocken ist, aber Hokkaido ist , speziell im Januar, die beste Wahl für tiefen und lockeren Pulverschnee. Die verlässlichste Messstation rund um Niseko befindet sich auf einer Höhe von 225m.ü.M. Durchschnittlich werden dort 4 Meter Schnee gemessen. Die Berge dort sind zwar nicht die steilsten der Welt, aber die Qualität des Schnees macht das locker wett.

Januar ist der beste Monat um Pulver in Japan zu fahren
Januar ist der beste Monat um Pulver in Japan zu fahren

Tips um den besten Powder Japans zu finden:

  • Schaut euch diesen Artikel über günstiges Skifahren in Japan an
  • Natürlich alle Blogs von Juulski
  • Eine Woche in Japan ist nicht genug, Geht 2 Wochen, ihr werdet es nicht bereuen
  • Januar ist die beste Zeit
  • Die Chancen auf guten Schnee ist auf Hokkaido sehr hoch.
  • Myoko ist einen Besuch wert (besseres Gelände)

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