Kommt bald der große Umschwung? oder doch nicht?


By meteomorris on 15 December 2016 · 0

Die letzten Tage kommen mir vor wie eine Achterbahnfahrt. Die Modelle bewegen sich vor, zurück, hin und her. Alle steht und fällt mit der genauen Position des Sturms nächste Woche. Eine Veränderung von 50 Kilometern nach Süden, hätte große Auswirkungen auf die Schneefälle in den Alpen und den Pyrenäen. Heute in der Vorhersage:

  • Was ist mit den Nordalpen?
  • Der große Umschwung
  • Den Glauben nicht verlieren

Was ist mit den Nordalpen?

Ich weiß wie sehr sich viele von euch nach guten Nachrichten für die Nordalpen sehnen. Aber was soll ich euch erzählen, wenn die Modelle sich entschieden haben nochmal eine Runde Achterbahn zu fahren? Am besten ignoriert ihr die nächsten fünf Tage jegliche Wetterkarten und gebt euch mit dem Kunstschnee zufrieden. Von diesem Ausgangspunkt kann eigentlich alles nur noch besser werden. Wir müssen einfach alle weiter tanzen was das Zeug hält, um Frau Holle davon zu überzeugen, dass wir dringend nennenswerte Schneefälle in den Alpen brauchen. In den letzten acht Berechnungen gab es jetzt zwei Mal Hoffnung, eine Hoffnung, die heute Morgen wieder erlosch. Die wichtigsten Wettermodelle bescheinigen den Alpen keine Aussicht auf Schneefall vor Weihnachten.

Selbst die Ensemble-Vorhersagen sind pessimistisch
Selbst die Ensemble-Vorhersagen sind pessimistisch

Gestern gab es etwas Grund zur Hoffnung doch Stand heute müssen wir uns für die Nordalpen, in den nächsten sieben Tagen, mit einer Puderzucker-Schicht Neuschnee begnügen.

Der große Umschwung

Anfang der Woche habe ich euch vom großen Umschwung berichtet. Seit Wochen haben es die Alpen jetzt mit Hochdruck zu tun, Am Samstag dann der erste Hoffnungsschimmer, als auf dem amerikanischen Modell der erste Durchbruch aus Süden auf der Karte zu erkennen war. Den Berechnungen zur Folge wird diese Sturm, über dem Atlantik, immer stärker und ebnet den Weg für Stürme. Ein solcher Sturm könnte sich über dem Mittelmeer entwickeln.

Dieser Sturm macht dem Hochdruck ein Ende
Dieser Sturm macht dem Hochdruck ein Ende

Und dieser Sturm entsteht über dem Mittelmeer
Und dieser Sturm entsteht über dem Mittelmeer

Trifft das genauso ein, dann strömt zunächst kontinentale Luft in die italienische Po-Ebene. In dieser Region ist bereits viel Feuchtigkeit vorhanden, hinzu kommt die Feuchtigkeit, die der Sturm über dem Mittelmeer einsammelt. Diese Mischung aus kalter Luft und Feuchtigkeit kann den Jackpot bedeuten, sobald die Berge erreicht werden. An der Grenze zwischen Italien und Frankreich sowie zwischen Italien und der Schweiz (ital. Piedmont) würde dann Schnee fallen. Wenn alles genau so eintrifft…
Der Teufel steckt natürlich mal wieder im Detail. Da es derzeit keinen Jetstream südlich der Alpen gibt, ist es sehr schwer zu bestimmen welchen Weg der kleine Sturm aus dem Mittelmeer einschlagen wird. Das ist vielleicht auch der Grund warum die Modelle derzeit so planlos wirken. Wir müssen uns einfach gedulden, bis die Modelle wieder stabilere Werte liefern. Außerdem gibt es nichts wankelmütigeres als einen Mittelmeersturm.

Den Glauben nicht verlieren

Menschen sind schon etwas Seltsames. Wenn wir sehen, dass wir von etwas profitieren, dann sind wir ganz optimistisch was unsere Erfolgsaussichten angeht, selbst wenn es bedeutet, dass wir regelrecht Berge versetzen müssen. Es ist diese lodernde Flamme in uns (also zumindest in mir), die uns jedes Mal wieder in die Alpen ziehen lässt. Ich beobachte das Wetter jetzt seit 30 Jahren und ich habe schon viele Mittelmeerstürme erlebt. Jeder davon hatte so seine Überraschungen bereit. Ich denke dabei zum Beispiel an Sturm Andrea im März 2014 (Artikel nur auf Englisch). Dieser Trip in die Südalpen brachte jede Menge Überraschungen und Abenteuer, die Wartezeit davor kam mir jedoch endlos vor.

Das ist das Problem mit den Dumps aus dem Süden. Als Faustregel gilt, dass man erst verlässlich vorhersagen kann was 48 Stunden später passiert, doch selbst 24 Stunden vorher ist es immer noch schwierig zu sagen wo genau der meiste Schnee fällt und wieviel davon. Das sind dann immer die Situationen, in denen ich völlig frei nach Intuition und Erfahrung agiere. Um ganz ehrlich zu sein… Ich habe gerade gar keine Ahnung. Alles was bleibt ist morgens aufzuwachen, in der Hoffnung, dass das GFS Modell gute Nachrichten liefert.

Schneefall in den Alpen für eine Woche
Schneefall in den Alpen für eine Woche

Die Karte oben könnte für die ganz flexiblen unter uns Hoffnung liefern. Wenn ihr in der Lage seid euch in letzter Minute zu entscheiden, dann kann es sich evtl. lohnen Ende nächster Woche ins Piedmont zu fahren um oberhalb von 2000 m powdern zu gehen. Wenn ihr euren Urlaub bereits in Österreich, den französischen Nordalpen, oder der Schweiz gebucht habt, dann gibt es nur wenig Hoffnung aufgrund dieser Karte.

Tanzen, tanzen, tanzen!

Hört nicht auf zu tanzen! Die Party kommt erst langsam in Gang und wir dürfen die Hoffnung nicht verlieren. Vielleicht hilft dieses 4-stündige Set!

Stay stoked. Morris


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