Mutter und Tochter sterben durch Schneebrettlawine in Südtirol


By -Patrick- on 4 January 2018 · 0

Eine 9-köpfige Skigruppe geriet gestern in Südtirol in eine Schneebrettlawine. Eine 11-jährige und ihre Mutter überlebten den Unfall nicht. Aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen konnte die Bergrettung keine Hubschrauber einsetzen. In den Alpen herrscht weiter eine äußerst kritische Lawinensituation.

Hangneigung Unfallbereich auf 2100 m
Hangneigung Unfallbereich auf 2100 m

Zwei Tote im Vinschgau

Die 9 Mitglieder eines Skiclubs verließen am gestrigen Mittwoch die markierten Pisten in St. Valentin - Haider Alm im Südtiroler Vinschgau. Die Gruppe löste vermutlich selbst ein Schneebrett und zwei Personen wurden verschüttet. Ein 11-jähriges Mädchen verstarb noch an der Unfallstelle, ihre Mutter erlag am Abend im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen (Quelle). Unsere Gedanken gelten Familien und Freunden der Opfer.

Schlechte Sicht und erhebliche bis sehr große Gefahr

Die Lawine wurde am frühen Nachmittag, etwa um 14:00 Uhr ausgelöst. Aufgrund der schlechten Sicht, Wind (bis zu 150 km/h) und den anhaltenden Schneefällen konnten keine Hubschrauber zur Rettung eingesetzt werden. Bergrettung, Feuerwehr und das Weißen Kreuz waren gemeinsam an den Rettungsmaßnahmen beteiligt. Die Bergung dauerte eine Stunde, da die Helfer mit Tourenski zur Unfallstelle aufsteigen mussten. Das Schneebrett hatte sich auf einer Breite von 150 m gelöst und erreichte eine Länge von 300 m. Die Frau wurde in einer Tiefe von 70 cm geborgen, ihre Tochter wurde in den Schneemassen unter ihr gefunden. (Quelle)

Gestern Nachmittag: sehr schlechte Sicht oberhalb von 1500 m)
Gestern Nachmittag: sehr schlechte Sicht oberhalb von 1500 m)

In Die Neue Südtiroler Tageszeitung wird der Einsatzleiter mit deutlichen Worten zitiert: Dabei seien die neun Deutschen, die mit Rennskiern und Helmen ausgerüstet waren, „immer fahrlässiger geworden“, so Einsatzleiter Folie. Sie hätten sich immer weiter von der Piste entfernt.

Die Lawinengefahr in den Alpen ist weiterhin erheblich bis groß. Gestern galt für die Unfallregion Lawinenwarnstufe Drei. Bereits bei Stufe Drei kommt es zu den meisten tödlichen Unfällen durch Lawinen. Im Lagebericht für Südtirol wurde gestern im Tagesverlauf regional Stufe Vier ausgerufen, heute stieg die Gefahr gebietsweise sogar auf Stufe Fünf. Stufe Vier und Fünf gelten bereits dem Aufmerksamkeitsbereich der Behörden, um gegebenenfalls Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung einzuleiten. Mehr über die gestiegene Lawinengefahr lest ihr in der Vorhersage von Morris.


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