Der Lawinen-Airbag


Par TobyMcGreen sur 27 novembre 2015 · 0

Auch wenn sich viele Freerider mit einer Aura der Unsterblichkeit umgeben, kann niemand von uns die Gefahren der Natur leugnen.
Was also tun wir um die Gefahr zu minimieren? Richtig! Wir eignen uns das nötige Wissen an und besorgen uns Schutzausrüstung.
Die Grundausrüstung besteht dabei seit vielen Jahren aus einem LVS (Lawinen-Verschütteten-Suchgerät), einer Sonde und einer Schaufel.
Doch ein für mich wichtiger Bestandteil der Ausrüstung fehlt vielen noch.

Die Erfindung

Im Jahre 1985 kam eine Erfindung auf den Markt, die die Überlebenschancen von Lawinenopfern drastisch erhöhte. Der Lawinen-Airbag. Seine Technik wurde im verlaufe der Jahre stetig verbessert und Massentauglich gemacht. Auch der Lawinen-Airbag war, wie viele andere Erfindungen, ein Produkt des Zufalls. In den 70er Jahren entdeckte ein Oberförster, dass er von einem Schneebrett nicht verschüttet wurde, als er Wildbret (Fleischerzeugnis) auf den Schultern transportierte. Weitere Tests bestätigten die Wirkung des grösseren Volumens und so wurde im Jahre 1980 das Patent für diese Technik angemeldet und bis 1985 der erste Lawinen-Airbag entwickelt. Laut einer Studie des Schweizerischen Lawinenforschungsinstitut SLF aus dem Jahre 2005 liegt die Überlebenschance in einer Lawine mit einem Lawinen-Airbag bei 95%.

Das Prinzip

Das Funktionsprinzip ist ziemlich einfach zu erklären. In einem fliessenden Medium aus Festkörpern wie einer Lawine, bleiben grosse Objekte an der Oberfläche, während sich kleine Objekte am boden absetzen, da sie von der Schwerkraft zwischen den Grösseren Objekten nach unten gezogen werden und dort den freien Platz ausfüllen. Dieser Effekt wird auch "Paranuss-" oder "Müsli-Effekt" genannt. Füllt euch einmal eine Schale mit Müsli und schüttelt sie. Ihr werdet feststellen, dass die kleineren Bestandteile nach unten sinken. Um euch das zu demonstrieren, habe ich den Versuch mit belgischer Schokolade und zwei Minigolf-Bällen nachgestellt. Ja, ich hatte gerade nichts anderes ;).

Die Technik

Es gibt viele verschiedene Hersteller von Lawinen-Airbags. Doch die Funktionsweise ist bei allen die gleiche. Durch das Ziehen am dafür vorgesehenen Griff, entleert sich eine Stickstoffflasche mit einem Innendruck von 300bar in einen oder zwei Ballons, die so auf ein Volumen von ca.170 Litern aufgeblasen werden. Wir haben zwei der führenden Systeme (Mammut und ABS) in einem Sportgeschäft getestet und ein Video davon gemacht.

Die Handhabung

Bemerkt man beim Freeriden, dass man von einer Lawine erfasst wird, zieht man am dafür vorgesehenen Griff und der Airbag bläst sich auf. Nach einmaliger Auslösung sollte der Airbag in einem geeigneten Sportgeschäft wieder instand gesetzt werden. Dazu gehört das korrekte Zusammenfalten, sowie das Ersetzten der leeren Stickstoffflasche durch eine volle. Ich empfehle jedem Besitzer eines Lawinen-Airbags, dessen Funktion alle zwei Jahre zu Testen. Die richtige Demontage und Montage (z.B für eine Reise im Flugzeug) wird einem in den jeweiligen Betriebsanleitungen erklärt. Im Zweifelsfall empfehle ich auch hier in ein Sportgeschäft zu gehen.

Die Anschaffung

Ein Lawinen Airbag kostet je nach Hersteller und Modell zwischen 600€ und 800€. Ja, das klingt nach viel Geld und haltet einem vieleicht im ersten moment vom Kauf ab. Das war bei mir nicht anders. Als ich 2008 eine Lawine miterlebt habe die 3 Menschen verschüttet hatte wovon einer querschnittsgelähmt wurde und einer gestorben ist, habe ich nicht mehr lange gezögert und mir einen Airbag angeschafft. Auch das beste Wissen kann einem keine totale Sicherheit geben - die soeben genannte Gruppe war mit einem Guide unterwegs - und mein Leben ist mir deutlich mehr wert als 600€.

Fazit

Wir betreiben den wohl schönsten Sport der Welt der jedoch auch einige Gefahren mit sich bringt. Um diese Gafahren zu minimieren, sollten wir mit Schutzausrüstung nicht geizen und uns das nötige Wissen anschaffen. Ein Lawinen-Airbag erhöht die Überlebenschancen drastisch und ist in meinen Augen ein unverzichtbarer Teil unserer Ausrüstung. Allerdings darf diese zusätzliche Sicherheit uns nie dazu verleiten zusätzliche, unnötige Risiken einzugehen. Auch wenn wir wärend dem Test offensichtlich unseren Spass hatten, hoffen wir, dass wir unsere Airbags nie im Ernstfall auslösen müssen.

In diesem Sinne, stay stoked und ride safe!

Toby


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