Der richtige Umgang mit LVS und co.


Par TobyMcGreen sur 16 décembre 2015 · 0

Mittlerweile fahren die meisten Freerider mit LVS, Sonde und Schaufel ins Gelände. Es gibt zwar immer noch ein paar schwarze Schafe die meinen, sie bräuchten das nicht, aber wir bewegen uns in die richtige Richtung. Nun kommt aber ein weiteres Problem dazu. Viele haben zwar die Ausrüstung, wissen aber nicht wie man sie richtig einsetzt. So ist man selbst nur geschützt wenn die Kollegen das nötige Wissen haben, kann aber im Ernstfall nicht richtig helfen. Im folgenden beitrag möchte ich euch die richtige Anwendung der Lawinen-Ausrüstung näher Bringen.

Batteriecheck

Am morgen bevor man das Haus verlässt muss das LVS gerät eingeschaltet und auf seinen Batteriestand überprüft werden. Ein LVS ohne Batterie bringt euch und euren kameraden nichts.

Richtig Anziehen

Das LVS-Gerät sollte möglichst nache am Körper getragen werden. Zum Einen bleibt es dort warm und verliert weniger Energie (Batterie), zum Anderen kann es euch in einer Lawine die oberste Kleidungsschicht ausziehen und das LVS könnte beschädigt oder weggerissen werden.
Einige Freerider tragen ihr LVS-Gerät in der Hosentasche. Dies ist nicht zu empfehlen, da es euch auch die Hose Beschädigen kann und weil das LVS so nahe wie möglich am Kopf sein sollte, da dieser so schnell wie möglich ausgegraben werden muss. Ich trage mein LVS jeweils direkt über der Thermounterwäsche.

Gruppencheck

Bevor man ins Gelände fährt sollte überprüft werden ob die LVS-Geräte aller Beteiligten eingeschaltet sind und richtig funktionieren. Ist man eine grössere Gruppe, funktionert dies am besten, indem die Gruppe einen Kreis bildet und jemand aus der Gruppe in die Mitte steht. Derjenige der in der Mitte steht, stellt sein gerät auf senden und die anderen stellen es auf suchen. Nun sollten alle Leute im Kreis in etwa die gleiche Zahl auf dem Display stehen haben. Nun geht die Person aus der Mitte auf Distanz und stellt sein Gerät auf suchen. Die anderen stellen ihr Gerät auf senden und fahren einzeln (ca.10-20m abstand) am Suchenden vorbei. Zum Schluss vergewissern sich alle, dass ihr Gerät wieder auf Senden gestellt ist.

Gruppencheck
Gruppencheck

Gruppencheck
Gruppencheck

Richtig Suchen

Nun kommen wir zum wichtigsten Punkt. Wie suche ich einen Verschütteten richtig? Nun, hierfür gibt es kein Patentrezept und es kommt stark auf die Anzahl der Verschütteten und der Suchenden an. Der grundsätzliche ablauf ist aber immer gleich und wird in drei Phasen unterteilt.

Signalsuche

Wenn mein LVS gerät kein Signal empfängt, muss systematisch nach einem Signal gesucht werden. Dazu muss man wissen, welche Reichweite das verwendete LVS gerät hat. Bei meinem sind es 50m. Das heisst ich kann in einem Radius von 25 Metern ein Signal empfangen. Dementsprechend teile ich meine Suchroute ein. Habe ich genügend Kameraden, die mir beim Suchen helfen, können wir uns so aufteilen, dass jeder Suchende einen Streifen des Lawinenkegels absucht. Dafür müssen alle die Reichweite ihres Geräts kennen. Unten ist eine mögliche Aufteilung abgebildet, wenn alle Geräte eine Reichwete von 50 Metern haben.

Suchschema bei mehreren Suchenden
Suchschema bei mehreren Suchenden

Sucht man alleine, mäandriert man auf dem Lawinenkegel. Auch hier ist wieder wichtig, dass man den gesamten Lawinenkegel abdeckt.

Suchschema bei einem Suchenden
Suchschema bei einem Suchenden

Um sicher zu gehen, dass der ganze Lawinenkegel abgedeckt ist, würde ich die Abstände etwas kleiner machen (z.B 40 statt 50 Meter)

Wie weiss ich aber da draussen wieviel 50 Meter Sind? Einfach gesagt, man weiss es nicht. Regelmässige Schätzübungen können dabei helfen. Oder man versucht es mit einem GPS gerät (z.B) Smartphone.

Grobsuche

Könnt ihr einmal ein Signal empfangen, zeigen euch die neueren Geräte die Richtung an, in die Ihr gehen müsst und die Entfernung zum Verschütteten. Das Gerät wird euch aber in den meisten Fällen nicht in einer geraden Linie zum verschütteten führen, sondern in einer Kurve.
Dies liegt an der kreisförmigen Form des vom LVS des Verschütteten ausgestralten Signals.

Kreisförmige Form des Signals
Kreisförmige Form des Signals

Es kann passieren, dass eure Antenne und die Antenne des Verschütteten parallel zueinander Liegen. Dann leitet euch euer Gerät auf direktem Weg zum verschütteten. In diesem Fall kann es aber passieren, dass euch euer Gerät in die entgegengesetzte Richtung führt. Dies bemerkt ihr, wenn die Zahl auf eurem Display grösser wird. Dann dreht ihr einfach um, sodass die Zahl wieder kleiner wird.

Feinsuche

Zeigt euer Gerät eine Entfernung von weniger als 5 Meter an, geht Ihr mit dem Gerät so nahe wie möglich an den Boden und führt die Suche fort. Sobald die Entfernung wieder grösser wird, kehrt ihr and den Punkt zurück, an dem die niedrigste Entfernung angezeigt wurde und dreht euch um neunzig Grad. Nun sucht Ihr erneut den Punkt mit der geringsten Entfernung. Habt ihr ihn gefunden, markiert Ihr den Punkt mit einem Kreuz.

Sondierung

Beim Kreuz beginnt ihr nun mit der Sondierung und arbeitet euch spiralförmig nach aussen. Dabei ist wichtig, dass Ihr die Sonde in einem 90° Winkel zur Schneeoberfläche einstecht.

Sondierung
Sondierung

Ausgraben

Habt Ihr den verschütteten mit der Sonde geortet, lasst Ihr die Sonde stecken und beginnt unterhalb der Sonde zu Graben. Dabei gibt euch die Verschüttungstiefe des Opfers an, wie weit unterhalb der Sonde Ihr graben müsst. Ihr grabt euch dann zur Sondenspitze hin. Dabei legt Ihr eine keilförmige Bucht frei. Habt Ihr Kameraden dabei, sollen diese den Schnee hinter euch wegräumen. Fängt Ihr von oben an zu schaufeln, werdet Ihr je nach Verschüttungstiefe nicht mehr in der Lage sein, den ganzen Schnee weg zu räumen.

Ausgraben des Verschütteten
Ausgraben des Verschütteten

Alarmieren

Richtig! Das Alarmieren kommt zum Schluss. Die oberste Priorität gilt immer dem Ausgraben des Verschütteten und da habt ihr keine Zeit für ein 5 minütiges Telefonat. Falls die Gruppe gross genug ist, kann man jemanden mit der Alarmierung beauftragen, während die anderen suchen. Ansonsten erst ausgraben, dann alarmieren.

Fazit

Die richtige Vorbereitung und Suchtechnik entschiedet im Ernstfall über Leben und Tod. Nach 15 minuten sinkt die Überlebenschance eines Verschütteten drastisch. Kontrolliert euch gegenseitig und versichert euch, dass alle Beteiligten über das nötige Know How verfügen. Macht regelmässig Suchübungen. Wenn es dabei um eine Kiste Bier geht, ist der Stress fast so hoch wie im Ernstfall ;)

Stay stoked und ride safe!

Toby!


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