Bereits 53 Menschen in diesem Winter durch Lawinen in den Alpen gestorben


Par meteomorris sur 14 mars 2017 · 4

In den vergangenen zwei Wochen kam es wieder vermehrt zu Lawinenabgängen im gesamten Alpenraum, leider auch häufig mit Personenbeteiligung. Allein in der ersten Märzwoche starben elf Menschen in den Alpen durch Lawinen.

Alles wegen einer großen Sturm-Serie

Zwei Wochen lang bestimmte eine Sturmperiode das Wetter in den Alpen. Der Wind kam dabei aus allen Richtungen und wehte teilweise sehr stark. Es schneite kräftig und die Temperaturen gingen hoch und runter. Die Kombination aus viel Wind, Neuschnee (teilweise 120 cm in nur wenigen Tagen) und wechselhafte Temperaturen sorgten für eine kritische Lawinensituation. Der Neuschnee konnte sich teilweise nur schlecht mit der Altschneedecke verbinden, daher genügt das Gewicht eines einzelnen Wintersportlers um eine große Lawine (siehe Video oben) auszulösen. Die (gesprengte) Lawine auf dem folgenden Bild hat eine Anrisshöhe von ca. zwei Metern.

große gesprengte Lawine in Andermatt
große gesprengte Lawine in Andermatt

Diesen Winter bereits 53 Personen durch Lawinen getötet

Es wurden in diesem Winter bereits 53 Menschen von Lawinen getötet. Bereits im Herbst kamen mehrere Alpinisten ums Leben. Anfang März wurden viele Skifahrer und Snowboarder getötet, die ihre eigenen Lawinen ausgelöst hatten. Seht euch auf dieser karte an, wo die Lawinen abgegangen sind.

Durchschnittlich 100 Menschen sterben während einer Saison

Durchschnittlich sterben ca. 100 Menschen pro Winter durch Lawinen. Die Zahl schwankt natürlich, doch in den vergangenen 20 Jahren war sie relativ stabil. Das ist wiederum erstaunlich. Es sind mehr Menschen als je zuvor abseits der Pisten unterwegs und die Ausrüstung wird immer besser. Wir sind also mehr im Gelände unterwegs, aber die Zahl tödlicher Unfälle sinkt. Ich weiß nicht warum, habt ihr eine Erklärung?

Kein Wissen? Abseits der Pisten ist ohne wie russisches Roulette
Kein Wissen? Abseits der Pisten ist ohne wie russisches Roulette

Vorwiegend Nordhänge über 2000 m

40 tödliche Lawinen sind bisher abgegangen. Bei der überwiegenden Mehrheit handelte es sich dabei um nördlich ausgerichtete Hänge oberhalb von 2000 m. Die fakten unterstreichen die Gefahrenbereiche, die auch von Experten genannt werden. Hänge im Bereich NNW bis NO sind oberhalb von 2000 m besonders gefährlich, haben jedoch auch den besten Schnee, da er weniger von der Sonne beeinflusst wird. Wie schade.

Die Daten weisen auf einige interessante Punkte hin:

  • Acht Opfer waren Alpinisten, drei Opfer mit Schneeschuhen unterwegs
  • Mindestens 13 Opfer hatten professionelle Begleitung, fünf davon einen Bergführer und acht einen Ski- oder Snowboardführer.
  • Mindestens 13 Opfer trugen kein LVS
  • Mindestens sechs Opfer waren allein unterwegs.

Die letzte Auffälligkeit der Daten liegt in der großen Zahl Freerider. 24 Opfer, das sind 46 %, waren unweit der Pisten unterwegs. Das ist sehr viel. Ganz besonders, wenn wir bedenken, dass de Winter erst im Januar begonnen hat und der Winter erst zehn Wochen alt ist. Das sind durchschnittlich 2,4 Freerider und 1,9 Tourengeher, die jede Woche in den Alpen ihr Leben in Lawinen verlieren.

Wissen ist entscheidend

Es sind immer noch viele Leute ohne die notwendige Ausrüstung (LVS, Schaufel, Sonde) unterwegs. Das sind klare Anzeichen dafür, dass diesen Leuten Wissen fehlt. Und Wissen ist entscheidend. Mit dem entsprechenden Wissen könnt ihr euer Risiko auf das Niveau von einer Stunde Autofahren reduzieren. Ohne dieses Wissen spielt ihr quasi russisches Roulette.

Rabatt auf die Mountain Academy

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Commentaires


  • alberteis
    alberteis op 14 mars 2017 · 11:27
    Hallo zusammen,

    ich finde diese Statistiken sehr spanned und wichtig.

    Vollständigkeitshalber :

    Dieser Vorfall aus meinem Stammgebiet Lech/Zürs fehlt noch. War auf der Rückseite des Trittkopf in der Gamsmulde.

    http://www.vol.at/ein-toter-bei-lawinenabgang-in-lech-zuers/5100424...

    Stay safe!
    Albert
  • -Patrick-
    Advanced
    -Patrick- op 15 mars 2017 · 11:01
    VIelen Dank @alberteis für den Link. Die Statistik wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert, wir werden das Lawinenunglück am Trittkopf noch ergänzen. Shred save, Patrick
    Share the Stoke and leave no harm, Together we watch out for our Home.
  • MattWe
    Advanced
    MattWe op 21 mars 2017 · 09:47
    Das die Zahl konstant bei ca 100 liegt im Vergleich zu immer mehr Leuten die Off Piste fahren, liegt auch an Seiten wie dieser und vielen anderen. Es gibt viele Möglichkeiten sich zu Informieren und zu lernen und immer mehr Leute tun dieses auch - aufgefordert oder angeregt durch Fruende, Mundpropaganda oder Social Media und das ist doch super.
    Ich hatte in der letzten Woche, aber leider auch wieder ein Erlebnis, dass uns vier Personen einfach ins Gelände gefolgt sind ohne Ausrüstung oder ohne zu wissen wohin unser Spuren führen und wie wie Sie zurück kommen - auf einmal standen Sie vor uns und fragten wie wir hier wegkommen - mit Splitboards/Tourenski und Fellen. Ahja und könnten Sie nicht auf der anderen Seite den Weg herauslaufen der zu sehen war? Nein, denn ihr könnt auch die vier schon abgegangenen Lawinen sehen und es ist sehr warm an diesem Nachmittag. Die vier sind dann brav den sehr beschwerlichen Weg über den Forstweg zurück gelaufen und haben sicher gut geschwitzt und ich hoffe sie haben etwas gelernt an diesem Nachmittag.
  • -Patrick-
    Advanced
    -Patrick- op 21 mars 2017 · 18:07
    Ein wichtiges und gute Beispiel für etwas das viel zu oft vorkommt. Danke @MattWe für deinen Bericht. Genau richtig gehandelt und zum Glück sind eure Worte auf einsichtige Ohren gestoßen. Solche Erfahrungsberichte sind die beste Art auf das richtige verhalten abseits der Pisten aufmerksam zu machen. Die vier haben bestimmt daraus gelernt.
    Share the Stoke and leave no harm, Together we watch out for our Home.

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