Nordstau für Österreich und Schweiz, Hochdruck für den Süden


Par meteomorris sur 25 octobre 2017 · 0

Spannende Tage liegen vor uns. Es liefern sich gerade kalte Luft aus Norden und warme Luft aus Süden einen Schlagabtausch in der Atmosphäre. Ein Hochdruckgebiet namens Ulrike stellt dabei das größte Hindernis für die kalte Polarluft aus Norden. Im Moment hängt dieses Hochdruckgebiet noch über den Alpen, aber in den kommenden Tagen wird es etwas weiter nach Westen geschoben, die Frage ist nur wie weit? Ihr seid vielleicht der Meinung das ist eine ganz einfach zu beantwortende Frage, doch in der Realität sieht das mal wieder ganz anders aus. Durch einen kleinen Schwenk, von nur ein paar hundert Kilometern nach Osten oder Westen, verändert sich der große Dump in ein paar mickrige Flöckchen.

Spannende Tage liegen also vor uns und das auch (oder vor allem), weil nicht klar vorherzusagen ist was passieren wird. Für die französischen Nordalpen und die Schweiz sind die Auswirkungen besonders groß. Da Österreich etwas weiter östlich liegt, sind die Chancen auf Schnee dort im Moment am besten. Heute in der Vorhersage:

  • In den Nordalpen sieht es langsam nach Winter aus
  • Weiter keine Flocken für die Südalpen
  • Nordstau am Wochenende
  • Wo wird der Schnee fallen?

((c) foto-webcam.eu)
((c) foto-webcam.eu)

In den Nordalpen sieht es langsam nach Winter aus

Das Bild oben stammt vom heutigen Morgen. Geschossen wurde es auf der Rudolfshütte in der Weißsee Gletscherwelt auf 2300 m. Der Kontrast zwischen See und weißem Schnee ist wunderschön. In der vergangenen Woche wurden hochalpine Lagen in ein winterliches Gewand gepackt. Auf den Gletschern und Nordhängen ist damit die Unterlage für den Winter entstanden. Auf den Gletschern der Alpen sind die Bedingungen schon ganz gut, in Österreich sogar schon sehr gut. Seht euch die Bilder von gestern an.

TIPP: Wir haben die Liste mit geöffneten Skigebieten aktualisiert

Weiter keine Flocken für die Südalpen

Es ist vielleicht schon Winter in den Nordalpen, in großen Teilen der französischen Alpen und Italien könnte es kaum trockener sein. Die einzige Ausnahme stellt der Stelvio-Pass dar, denn dort bekommt der Gletscher immer etwas Schnee ab, viel ist das aber nicht. Das liegt alles an der Druckverteilung. In der letzten Zeit gab es weder ein Genua-Tief noch ein größeres Sturmtief vom Atlantik. Aber ehrlich gesagt ist das keine allzu große Sache. Die besten Dumps auf der Südseite der Alpen beginnen mit Mitte November und können in wenigen Wochen für eine meterdicke Schneedecke sorgen. Ich hoffe auf genau ein solches Szenario. Große Dumps sind für die Stabilität der Schneedecke wesentlich besser, für die Südalpen ist Schnee im Oktober einfach zu früh. Kurz gesagt, lasst euch von den Bildern unten nicht zu sehr abschrecken. Der Schnee kommt, wenn er kommt.

Nordstau am Wochenende

Für die französischen Südalpen und Italien ist derzeit kein Schnee in der Vorhersage. Auf der Nordseite der Alpen sieht das ganz anders aus. Wenn Hochdruckgebiet Ulrike in den kommenden 96 Stunden nach Westen geschoben wird, dann wird der Weg für kalte Luft aus Norden frei. Seht euch dieses Video an:

Wie ich bereits gesagt habe lautet die große Frage “Wo landet dieses Hochdruckgebiet?” Berechnet wurde es gestern noch etwas weiter westlich als das heute der Fall ist. Den Unterschied seht ihr auf den Schneekarten. Der größte Unterschied: Beim Durchlauf gestern wurde für die französischen Nordalpen noch Schnee vorhergesagt, heute ist er verschwunden. Das liegt alles an diesem Hochdruckgebiet. Bei Hochdruck fällt die Luft ab und die Niederschläge lösen sich auf. Je näher das Hochdruckgebiet dann an den Alpen ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit für Schnee.

Damit ist also geklärt worum es in den nächsten Tagen geht. Der Schnee ist für das Wochenende vorhergesagt, eine Vorhersage ist aber nie eine 100%ige Garantie. Geht also davon aus, dass sich die Schneekarten in den kommenden Tagen noch verändern. Hier ist meine Faustregel für die Schneekarten:

  • 12 Stunden vorher: In 80-90% der Fälle korrekt
  • 48 Stunden vorher: In 70-85% der Fälle korrekt
  • Bis zu 120 Stunden vorher: In 50-75% der Fälle korrekt
  • Bis zu 144 Stunden und mehr: In 45-55% der Fälle korrekt

Die abnehmende Zuverlässigkeit ist das Ergebnis von Abweichungen in der weltweiten Betrachtungsweise, die Grundlage der Chaos-Theorie. Wie auch immer, ich freu mich immer auf detaillierte Langzeit-Vorhersagen. Dank der täglichen Unterschiede erkennt man die Schwankungen und bekommt ein gutes Gefühl für das Gesamtbild. Im Moment ist das ja ein ganz einfaches Bild, mit einer starken Strömung aus Norden die zwischen Sturm Florenz und Hoch Ulrike aufkommt. Diese Strömung bringt kalte Luft auf die Nordseite der Alpen. Das hat Schnee auf der Nordseite des Alpenhauptkamms zur Folge, während sich Gebiete auf der Alpensüdseite mit Sonne und warmem Wind abfinden müssen.

Wo fällt der Schnee?

Ich bin mir sicher, dass (Teile) Österreichs viel Schnee aus dem Norden erwarten dürfen. Auch die Schweiz hat gut Chancen, ganz besonders die Gebiete im Osten. Die Gebiete im Westen, aber auch im Süden und am Alpenhauptkamm bekommen deutlich weniger oder sogar gar keinen Schnee ab. Für die französischen Nordalpen bin ich nicht sehr optimistisch. In den letzten vier Berechnungsdurchgängen wurde der Schnee für Frankreich kontinuierlich weniger.

Stay stoked Morris


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