Alles über den Nordstau


Par meteomorris sur 27 octobre 2017 · 0

Nordstau ist ein häufig verwendetes Wort in meinen Wettervorhersagen, das regelmäßig positive Reaktionen hervorruft. Ich bekomme immer wieder Fragen zu diesem Wetterphänomen das dafür sorgt dass Menschen ihre Meetings platzen lassen, spontan viele Stunden ins Auto steigen oder deprimiert an ihrem Schreibtisch zurückbleiben. In diesem Artikel lest ihr alles was ihr schon immer über den Nordstau wissen wolltet, euch aber bisher nie getraut habt zu fragen.

Stau Als Stau oder Windstau wird in der Meteorologie die erzwungene Aufwärtsbewegung des Windes vor orografischen Hindernissen wie Bergen und Gebirgen bezeichnet, wenn der Wind quer auf das Hindernis trifft. Die dadurch bedingte Hebung der Luftmassen führt zur adiabatischen Abkühlung und bei ausreichendem Wasserdampfgehalt zur Bildung von Stauwolken und gegebenenfalls auch zu Steigungsniederschlägen, die lange andauern können. (Quelle)

Stau

Ihr kennt das vom Autofahren, ab und zu steckt man im Stau. Aufgrund eines Hindernisses kommt der Verkehr ins Stocken und steht irgendwann still. Dieses Hindernis kann eine Straßensperre sein, ein Unfall, oder etwas anderes. In der Meteorologie ist es nicht anders. Stau bedeutet die Luftmassen treffen auf ein Hindernis, in diesem Fall ein Berg, der dann die Luft zwingt aufzusteigen. Dadurch kühlt sich die Luft ab, kondensiert, Wolken bilden sich und es beginnt zu regnen oder schneien (wenn es kalt genug ist).

Nord

Dieser Begriff ist viel einfacher. Er steht schlichtweg für die Richtung aus der die Strömung kommt. In diesem Fall kommt die Strömung aus Norden und transportiert Luft nach Süden. Und dann, ganz plötzlich, sind da die Alpen. Die Luft steigt nach oben und es schneit. Aus dem Weltall sieht ein Nordstau folgendermaßen aus (Quelle: wePowder Vorhersage):

Die Alpen als Hindernis

Im Video erkennt ihr wie die Wolken (weiß) nach unten fließen und an den Alpen festkleben. Die Alpen sind das Hindernis und da sie im 90-Grad-Winkel zu der Strömung stehen ist der Effekt optimal. Die Wolken können nicht ausweichen und sind gezwungen aufzusteigen. Es schneit und regnet auf der Nordseite der Alpen. Das Ergebnis sind typische Nordstaukarten wie diese (Quelle: wePowder Vorhersage):.

Das oben ist eine perfekte Karte. Die gesamte Nordseite der Alpen wird mit Neuschnee versorgt. Manchmal befindet sich ein Sturm aber etwas weiter östlich oder westlich der Alpen. Bei einer Nordwest-Strömung fällt der meiste Schnee im Nordwesten, kommt die Strömung direkt aus Norden dann bekommen Österreich und die Schweiz alles ab. Ganz allgemein könnt ihr hier die Gebiete erkennen, die von einem Nordstau profitieren (in blau / grau).

Auswirkungen für die Nordalpen

Die Skigebiete in den grau / blauen Regionen können mit starken Schneefällen rechnen. Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen der Warmfront und der Kaltfront. Die Warmfront trägt ein großes Potential für Niederschläge in sich, das bis weit in den Alpenhauptkamm hinein (oder sogar darüber hinaus) reichen kann. Ist die Kaltfront vorbeigezogen, so dreht der Wind von Nordwest nach Nord-Nordost und eine zweite Stauperiode mit dem Gravitationszentrum in den niedrigeren und mittleren Lagen des Berges tritt auf (vorwiegend in den blauen Regionen der Karte).

Auswirkungen für die Westalpen

Bei einer solche Strömung könnt ihr euch die Westalpen in Nord- und Südalpen geteilt vorstellen. Abhängig vom Winkel der Warmfront erreicht der Schneefall aus dieser Richtung die Grenze zwischen Savoyen und Hautes-Alpes. Weiter nördlich sind die Niederschläge deutlich ausgeprägter und ihr könnt mit mehr Neuschnee rechnen. In diesen Fällen bekommen nur die Gebiete südlich des Genfer Sees Neuschnee ab, der meiste ist allerdings bereits im Jura gefallen. Im südlichen Teil der Westalpen besteht ein starker Föhn, der viel Schnee verfrachtet.

Auswirkungen für die Südalpen

Während die Warmfront durchzieht, kann knapp südlich des Alpenhauptkamms Schnee fallen, es wird jedoch nie sehr viel sein. Nach der Kaltfront kommt die Sonne heraus. Faustregel: Je weiter südlich, desto besser das Wetter, aufgrund des Nord-Föhns. Das kann in den Tälern für höhere Temperaturen sorgen, am Berg bleibt es hingegen kalt. Die negativen Auswirkungen für den Schnee entstehen also weniger durch die Temperatur, als durch den auftretenden Wind, der viel Schnee verfrachtet. Für die Stabilität der Schneedecke sind das nie gute Nachrichten.

Wenn ihr Fragen an mich habt, dann stellt sie mir bitte in den Kommentaren!


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