Steht PowderAlarm #1 kurz bevor?


Par meteomorris sur 9 novembre 2017 · 0

Der Winter in den Alpen hat einen perfekten Start hingelegt. Das wurde auch Zeit, denn die vergangenen drei Winter waren nicht besonders rosig. Der Schnee kam entweder zu früh, oder er ließ gleich ganz auf sich warten. Soweit so gut. Jetzt ist ein neuer Sturmzyklus auf dem Weg Richtung Alpen, der jeden Menge Schnee für die Nordalpen liefert. Zunächst sorgt das für warme Luft und Regen in den Tälern, doch ab Sonntag setzt eine Nordströmung ein. Die Temperaturen sinken und der Schnee fällt bis tief in die Täler. Bis Mitte kommender Woche kommt die Sonne wieder heraus, doch davor besteht die Chance, dass ich am Wochenende PowderAlarm #1 herausgeben kann. Heute in der Vorhersage:

  • Am Donnerstag nochmals Schnee in den Südalpen
  • Ruhiges Wetter am Freitag, Regen und Schnee am Samstag
  • Ab Sonntag hat der Winter die Nordalpen im Griff
  • PowderAlarm #1?
  • Langfristig: Bewegung in der Vorhersage

Am Donnerstag nochmals Schnee in den Südalpen

Heute ist südlich des Alpenhauptkamms der letzte Schnee gefallen. Es sind einige Wolken in der Po-Ebene (siehe Bild unten) und die schwache Ost-Strömung drückt diese Wolken gegen die Berge im Piemont. Das ist das letzte Werk des Retour d’Est, der seit Sonntag viel Schnee auf die Südseite des Alpenhauptkamms gebracht hat. Es hat so viel geschneit, dass manche Gebiete des Piemonts früher öffnen als geplant. Prato Nevoso öffnet am 18. November alle seine Lifte, was für ein Skigebiet in 100 km Entfernung vom Mittelmeer sehr ungewöhnlich ist. Die Sonne scheint heute im Rest der Alpen, die Webcam-Ansichten vom Stubaier Gletscher sehen großartig aus.

Ruhiges Wetter am Freitag, Regen und Schnee am Samstag

Der Freitagmorgen beginnt in den Alpen sonnig, dann soll es das aber für die nächsten fünf Tage gewesen sein mit der Sonne. Über den Tälern könnten Restwolken verbleiben. Am Freitagnachmittag trifft ein neues Tiefdruckgebiet auf die Alpen. Dadurch steigt am Samstag die Schneefallgrenze. Auf den Isobaren von Freitag und Samstag ist noch eine westliche Komponente zu erkennen (roter Pfeil auf den Karten unten) und die Alpen haben es mit wärmer Luft zu tun (gelb/orange Farbe auf der zweiten Karte). Der Gefrierpunkt wird sehr hoch liegen. Das bedeutet, dass am Freitag und Samstag Niederschläge nur oberhalb von 1400-1700 m als Schnee fallen. Im Osten Österreichs ist die Schneefallgrenze niedriger. In den Südalpen braucht ihr keinerlei Niederschläge zu erwarten.

Auf den Gipfeln besteht ein starker (Süd-)westlicher Wind, der im Tagesverlauf zunimmt. An Freitag und Samstag kommt der meiste Schnee in großer Höhe herunter, ganz besonders im Nordwesten der Alpen. Der meiste Schnee wird am Samstag zwischen den französischen Nordalpen und Vorarlberg fallen.

Nordstau, alle Fragen beantwortet in diesem Artikel.

Ab Sonntag hat der Winter die Nordalpen im Griff

Gemäß den jüngsten Berechnungen trifft die Kaltfront pünktlich zum Sonntagsfrühstück ein. In den kommenden 72 Stunden kann sich das aber noch ändern. Es wird einige Stunden dauern, bis die kalte Luft den Alpenhauptkamm erreicht. Die Temperaturen fallen beim Eintreffen der Kaltfront rapide und der Wind dreht von Westen nach Norden. Es schneit bis tief in die Täler. Es wird erwartet, dass die Schneefallgrenze am Sonntagnachmittag/-abend auf 500 m sinkt und es am Montag bis in die tiefsten Täler schneit. Der Winter ist da. Die Südalpen müssen mit Föhn aus Norden leben. Aufgrund der einströmenden kalten Luft wird es ziemlich kalt, doch mit Schnee ist auf der Südseite der Alpen nicht zu rechnen.

Auf der Nordseite des Alpenhauptkamms schneit es bis zum Dienstag weiter. Das größte Fragezeichen dreht sich noch um das Gravitationszentrum des Sturms. Die Modelle berechnen momentan die stärksten Schneefälle zwischen Hasliberg in der Schweiz und dem Kleinwalsertal an der Grenze Deutschland-Österreich. Ich erwarte noch Veränderungen was diese Details angeht, ganz besonders für den Zeitraum Sonntagnachmittag bis Dienstag.

PowderAlarm #1?

Auf den Gletschern könnt ihr mit starkem Wind, viel Schnee, einer zunächst hohen Schneefallgrenze und schlechter Sicht rechnen. Am Samstagmorgen kann es auf den österreichischen Gletschern noch ganz ok sein, aber dann gehe ich davon aus, dass das Wetter schlechter wird. Mittwoch wird der Tag mit Sonnenschein und 40-90 cm Neuschnee. Es kann gut sein, dass ich für Mittwoch den ersten PowderAlarm der Saison herausgebe! Es gibt ein paar Nebenaspekte, doch die Vorhersage sieht gut aus. Ich selbst werde aber vermutlich nicht fahren gehen. Die Schneedecke neben den Pisten ist noch sehr dünn, Steine und Zweige sind nah unter der Oberfläche. Ein Riss im Belag ist ärgerlich eine Verletzung oder ein Bruch ist noch schlimmer. Das gilt auch für die Gletscher. Viele Gletscherspalten lauern nach dem warmen Sommer unter der Schneedecke darauf euch zu verschlucken. Kurz gesagt: Ruhe bewahren. Ganz egal wie verlockend die Schneedecke jetzt gerade aussieht, ein Verletzung jetzt kann euch die ganze Saison verderben. Ich hoffe und freue mich auf eine richtig lange Saison diesen Winter.

Langfristig: Bewegung in der Vorhersage

Im Moment ist sehr viel Bewegung in den Wettermodellen und die Ergebnisse der Berechnungen nach dem sechsten Tag, variieren tagtäglich. Das ist für den Spätherbst aber ganz normal. Lasst uns die Daumen drücken, dass uns diese Dynamik im Wetter in den kommenden Wochen erhalten bleibt. Das Beste was uns passieren kann sich mehrere Sturmzyklen; viel besser als ein schreckliches Hochdruckgebiet wie wir es in den vergangenen Wintern erleben mussten.

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Stay stoked Morris


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