Wie funktioniert die gefährliche Skifahrerlawine?


Door Haas op 30 januari 2016 · 0

Lawinen gibt es in allen verschiedenen Formen und Größen. Groß, klein, mit nassen oder kalten Schnee, spontan oder durch Freerider ausgelöst. Die spektakulärsten Lawinen sind die Staublawinen wie die in dem Video. Sie wurde in der Nähe von dem französischen Dorf Bessans im Januar 2016 kontrolliert gesprengt.

Solche Lawinen sind spektakulär, aber es sind nicht die, die die gefährlichsten für uns Freerider sind. Was wir fürchten müssen sind die Schneebrett oder Skifahrerlawinen („slab avalanches“ oder „Avalanche du plaque“ auf Französisch). Mindestens 90% aller tödlichen Lawinen sind Schneebrettlawinen! Lawinen, die von uns oder jemanden aus unserer Gruppe ausgelöst werden. Jep, du hast richtig gelesen - neunzig Prozent. In dem unteren Video kannst du sehen wie ein Freerider seine eigene Lawine auslöst. Aber was sind überhaupt die Gründe warum diese Schneebretter anfangen zu rutschen?

Schnee fällt in Schichten

Die Schneedecke fällt nicht an einem einzelnen Tag sondern bildet sich im laufe des Winters. Ein Sturm bringt viel Schnee, andere weniger. Zusätzlich beeinflussen Wind, Tauwetter, kalte Temperaturen und die Sonne die Schneeschichten. Die Schneedecke verändert sich ständig und besteht aus vielen Schichten. Die Schneedecke ist nicht homogen, darin liegt die Gefahr.

Schichten die nicht mit den Schichten darunter verbunden sind können ins Rutschen kommen

Ein gutes Beispiel um diesen Effekt zu verdeutlichen ist der „Trick“ mit den Büchern. Schnapp dir einen Stapel Bücher, halte nur das untere fest und kippe den Stapel langsam zur Seite. Ab einem gewissen Punkt ist der „Hang“ schräg genug und die Bücher, die du nicht festhältst fangen an zu rutschen. Würde der Schnee nicht aus Schichten bestehen, gäbe es kein Problem. Aber man fährt sehr selten perfekten puren lockeren Powder. Schneeflocken liegen normalerweise nicht wie Federn übereinander. Nein, die Flocken verbinden sich untereinander und damit entstehen Schichten, die nicht immer optimal miteinander verbunden sind (wie es z.B. mit den Büchern ist). Wenn eine Schneeschicht (ein Buch) sich nicht direkt mit der Schicht darunter verbinden kann (die anderen Bücher) hast du ein Problem. Es ist eine Basis für Probleme, mit nacktem Auge nicht sichtbar und schwer aufzuspüren. Probleme, die in einer Schneebrettlawine Enden können – vorausgesetzt es ist steil genug.

Drei Zutaten für Probleme: Die verbundene Schicht, die Schwachschicht und der steile Winkel.
Drei Zutaten für Probleme: Die verbundene Schicht, die Schwachschicht und der steile Winkel.

Der Hang muss steiler als 30 Grad sein

Wann ist der Hang steil genug für Schneebrettlawinen? Es muss steiler sein als 30 Grad. Die meisten Lawinen kommen bei einem Hangwinkel zwischen 35 und 45 Grad herunter. Das sind leider genau die perfekten Hänge zum Freeriden. Aber wie steil sind 30 Grad?

Wie steil war die steilste Abfahrt, die du je gefahren bist? Warte, bevor du antwortest, was denkst du wie steil die steilsten Abfahrten in den Skigebieten sind? Die steilsten schwarzen Pisten liegen zwischen 33und 35 Grad. Le Tunnel in Alpe d’Huez, die Harakiri-Piste in Mayrhofen, der Mont Fort in Verbier und Le Mûr in Avoriaz sind Beispiele. Aber wenn du im Powder stehst kommt es dir weniger Steil vor als auf der Piste. Der Spaß fängt gerade mal bei 27 Grad an. Für die meisten von uns fängt Powder richtig an Spaß zu machen bei 30 bis 39 Grad. Du spürst den Wiederstand unter deinen Füßen, du kannst Geschwindigkeit aufnehmen und Schnee fliegt dir ins Gesicht. Bedauerlicherweise ist das genau die Steilheit wo die meisten tödlichen Unfälle passieren.

Mit dem Winkel sind die Voraussetzungen für eine Lawine vollständig. Nach jahrelangen Forschungen wurde herausgefunden, dass es ein erhöhtes Lawinenrisiko gibt wenn:

  • die Hangneigung steiler ist als 30 Grad
  • es eine in sich gebundene Schicht gibt (das Buch aus unserem Beispiel)
  • es eine Schwachschicht gibt (das Buch was du festhältst)

Diese drei Bedingungen garantieren ein erhöhtes Risiko. Wenn du es nur mit einer der drei Bedingungen zu tun hast, hast du nichts zu befürchten. Die Lawinenwahrscheinlichkeit ist Null (Als Beispiel: Es wird nichts anfangen zu rutschen wenn die Schwerkraft nichts nach unten zieht (wie an einem 25 Grad Hang)). Und denk dran, die Kacke fängt an zu dampfen wenn du da bist! So ziemlich jede tödliche Schneebrettlawine ist selbst ausgelöst worden – entweder durch dich, oder durch jemanden in deiner gruppe. DU BIST DER AUSLÖSER.

Die Bedingungen für eine Schneebrettlawine
Die Bedingungen für eine Schneebrettlawine

Es klingt ein wenig wie russisches Roulette oder? Die Frage kommt auf ob es überhaupt sicher sein kann abseits der Pisten zu fahren. Wenn du das Risiko in eine Lawine zu geraten auf Null bringen willst, dann ist so ziemlich die einzige Lösung niemals mehr abseits zu fahren.

Aber ist es nicht möglich das Risiko zu minimieren? Ja klar! In der Mountain Academy bringen wir dir alles über die Entstehung von Lawinen bei und zeigen dir wie du möglichst sicher im Tiefschnee unterwegs sein kannst.

Teste dein Wissen über Lawinen und Sicherheit im Powder kostenlos

Wenn der Powder fällt ist die Lawinenstufe in den Alpen meistens „erheblich“ (Stufe 3 von 5) bis „gross“ (Stufe 4 von 5). Mehr und mehr Leute fahren abseits der Pisten, aber nicht jeder hat das nötige Wissen oder die richtige Ausrüstung. Diesen Winter sind in den Alpen bereits mindestens 15 Menschen in Lawinen ums Leben gekommen. Hast du genügend Wissen um abseits der Pisten unterwegs zu sein? Teste dein Wissen und starte kostenlos mit dem ersten Kapitel der Mountain Academy.

Habt ihr noch keine Kenntnisse? Bleib auf den Pisten oder bucht euch einen Ski oder Bergführer.


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