Fachchinesisch im Lawinenlagebericht


Door TobyMcGreen op 21 december 2016 · 0

Der Lawinenlagebericht ist unser aller Grundlage zur Beurteilung der Lawinensituation. Um ihn richtig anwenden zu können, muss man erst mal verstehen was in ihm geschrieben steht. Um dieses Verständnis zu vereinfachen, haben sich die europäischen Lawinenwarndienste auf ein einheitliches System geeinigt, bestehend aus Gefahrenstufen und erklärenden Begriffen.
Die Informationen in einem Lawinenlagebericht sind im Sinne einer Informationspyramide aufgelistet. Dies bedeutet, oben stehen die grundlegengsten und wichtigsten Informationen (Gefahrenstufe) und nach unten werden die Informationen stets detaillierter (z.B. Schneedeckenaufbau)

Die Gliederung der Informationen. Quelle: slf.ch
Die Gliederung der Informationen. Quelle: slf.ch

Gefahrenstufen

Die Gefahrenstufen zur Beschreibung der Lawinengefahr sind europaweit einheitlich und folgendermaßen aufgelistet:

- Stufe 1 (gering): Lawinen sind nur in extrem steilen Hängen unter großer Zusatzbelastung möglich. Allgemein sichere Lage.

- Stufe 2 (mäßig): Lawinen sind besonders in angegebenen Steilhängen bei großer Zusatzbelastung wahrscheinlich. Vorsichtige Routenwahl bei den angegebenen Gefahrenstellen

- Stufe 3 (erheblich): Vor allem bei den angegebenen Steilhängen sind Lawinen bereits bei geringer Zusatzbelastung wahrscheinlich. Spontane Lawinen sind möglich. Erfahrung notwendig.

- Stufe 4 (groß): Lawinen sind besonders bei den angegebenen Steilhängen bereits bei geringer Zusatzbelastung zu erwarten. Größere spontane Lawinen möglich. Große Erfahrung notwendig.

- Stufe 5 (sehr groß): Auch in mäßig steilem Gelände ist mit großen, spontanen Lawinen zu rechnen. Verzicht auf Touren empfohlen.

Vergesst nicht, dass die Lawinengefahr exponenziell ansteigt. Das bedeutet, dass sich das Lawinenrisiko pro Stufe verdoppelt. Das Lawinenrisiko ist auf Stufe 3 also 4 mal so hoch wie auf Stufe 1.

Die meisten Lawinenunglücke geschehen bei Lawinenwarnstufe 3, da diese oft unterschätzt wird, und die Leute trotz fehlender Erfahrung und Ausrüstung ins Gelände fahren. Stufe 3 ist die am meisten ausgegebene Lawinenwarnstufe während einer WIntersaison.

Lawinenunglücke pro Warnstufe
Lawinenunglücke pro Warnstufe

Gefahrenstellen

Die Gefahrenstellen werden mit Exposition – die Himmelsrichtung in der ein Hang abfällt – Höhenlage und Hangneigungen angegeben. Heißt es also « in Steilhängen der Expositionen Nord über Ost bis Südost oberhalb von 2300 Metern», dann bedeutet dies, dass in Hängen oberhalb von 2300 Metern die in Richtung Norden bis Südosten abfallen und steiler als 30° sind, die angegebene Gefahrenstufe herrscht. In allen anderen Expositionen und in tieferen Lagen gilt die nächst niedrigere Gefahrenstufe.

Grafische Darstellung. Quelle: slf.ch
Grafische Darstellung. Quelle: slf.ch

Lawinenproblem

Die europäischen Lawinenwarnstellen haben sich auf die Verwendung von folgenden Lawinenproblemen geeinigt.

- Neuschnee
- Triebschnee (vom Wind verfrachteter Schnee)
- Altschnee (Bruch innerhalb der Altschneedecke)
- Nassschnee
- nasse Lawinen
- nasse Lawinen im Tagesverlauf
- Gleitschneelawinen
- günstige Lawinensituation

Gefahrenbeschreibung

In der Gefahrenbeschreibung wird spezifischer auf die vorhandenen Gefahren eingegangen. Dies kann z.B. Angaben zu Größe und Auslösebereitschaft von Lawinen oder zu vorhandenen Schwachschichten beinhalten.

Zusätzliche Informationen

In diesem Abschnitt erhalten wir weitere Informationen über Faktoren wie den Schneedeckenaufbau und das Wetter.

Messwerte

Die Messwerte zu Neuschnee, Wind und Temperatur kommen meist von Messstationen und sind sogenannte «unkontrollierte Rohdaten»

Begriffe

Um die Informationen in einem Lawinenlagebericht richtig deuten zu können, muss man die einzelnen Begriffe verstehen.

- Hangneigung

- mäßig steil: flacher als 30°
- steil: steiler als 30°
- sehr steil: steiler als 35°
- extrem steil: steiler als 40°

- Expositionen

- Nordhang: der Hang fällt nach Norden hin ab (wenig Sonneneinstrahlung)
- Südhang: der Hang fällt nach Süden hin ab (viel Sonneneinstrahlung)
- Windexponiert: Der Hang ist dem Wind zugekehrt, der Schnee wird weggeblasen
- Windschatten: Der Hang ist dem Wind abgewandt, Schnee wird abgelagert (Triebschnee)

- Höhenlagen

- tiefe Lagen: unterhalb von 1000m
- mittlere Lagen: zwischen 1000 und 2000m
- hohe Lagen: zwischen 2000 und 3000m
- Hochgebirge: oberhalb von 3000m

- Zusatzbelastungen

- gering: einzelne Personen oder Tiere
- groß: größere Gruppen oder Schneefahrzeuge

Links zu Lawinenwarndiensten

Schweiz: http://slf.ch

Bayern: http://www.lawinenwarndienst-bayern.de/index.php

Tirol: https://lawine.tirol.gv.at

Piedmont: http://www.arpa.piemonte.gov.it/bollettini/bollettino\_valanghe.pdf/at\_download/file

Frankreich: http://www.meteofrance.com/previsions-meteo-montagne/bulletin-avalanches

weitere Lawinenwarndienste findet ihr auf http://www.avalanches.org/eaws/en/main.php

Schlusswort

Dieser Artikel soll euch helfen, den Lawinenlagebericht besser zu verstehen. Sich nur auf diesen zu verlassen kann aber gefährlich werden. Es ist wichtig die Lage jeweils vor Ort genauer zu beurteilen. Hierzu braucht es das nötige Wissen und die nötige Erfahrung. Das Wissen könnt ihr euch zum Beispiel in der wePowder Safety Academy aneignen.

Ride safe, Toby

Quelle: slf.ch


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