Der Hochdruck ist zurück im Norden, 2-4 m Neuschnee in Italien


Door meteomorris op 17 januari 2017 · 1

Heute ist es in vielen Teilen der Alpen kalt. Hier und da fällt in den Nordalpen eine letzte Flocke, doch größtenteils dominiert die Sonne. Ei sehr aktives Kälte-Hoch mit dem Namen Brigitta bestimmt diese Woche das Wetter in den Alpen. Dadurch werden Stürme auf Abstand gehalten, die Sonne bestimmt tagsüber das Bild und obwohl es ab Donnerstag weniger kalt in der oberen Atmosphäre wird, bleiben die Nächte in den Tälern sehr kalt. Heute in der Vorhersage:

  • Viel Neuschnee
  • Instabile Schneedecke
  • Hochdruck hat die Alpen fest im Griff
  • Viel Schnee in Italien, Korsika und auf Sardinien
  • Eiskalt in den Alpen

Viel Neuschnee

Seit Anfang Januar schneit es auf der Nordseite der Alpen. Alles begann im Nordosten und Norden Österreichs, doch seit letztem Wochenende ist auch der Rest der Nordalpen weiß. Auch die Nordseite der Schweiz und Frankreichs bekamen ihren Teil ab. Im Schnitt in den letzten Tagen zwischen 50-120 cm Neuschnee gefallen und die Schneedecke in weiten Teilen der Nordalpen entspricht wieder dem üblichen Wert für die Jahreszeit.

Schneedecke auf der Nordseite hat sich wieder normalisiert
Schneedecke auf der Nordseite hat sich wieder normalisiert

In den Gebieten auf der Nordseite der Alpen schneite es am meisten
In den Gebieten auf der Nordseite der Alpen schneite es am meisten

Das Gleiche gilt für die französischen Nordalpen. Den meisten Schnee findet ihr in den Gebieten im Norden der französischen Alpen. Je weiter südlich man kommt, desto dünner wird die Schneedecke.

Der meiste Schnee im Norden der französischen Alpen
Der meiste Schnee im Norden der französischen Alpen

Das ist an sich auch alles ganz logisch, da die meisten Fronten aus Nord bzw. Nordwest aufzogen. Es war sehr kalt und die Niederschläge reichten bis tief in die Täler. Da es so kalt war, konnten die Fronten auch in den Voralpen ihren Schnee fallen lassen. Genau dort viel auch der meiste Schnee.

Instabile Schneedecke

Die großen Mengen Neuschnee, starker Wind (besonders über der Baumgrenze) und die schlechte (oder gar keine) Unterlage hat in den letzten Tagen für eine äußerst instabile Schneedecke gesorgt. Zusätzlich ist die Schneedecke nicht sehr dick (obwohl viel Schnee gefallen ist). Felsen und abgebrochene Äste lauern oft dicht unter der Oberfläche der Schneedecke. Ihr müsst wirklich die richtigen Entscheidungen treffen, wenn ihr abseits der Pisten unterwegs seid.

Dazu müsst ihr wissen, dass in der aktuellen Schneedecke eine Schwachschicht vorhanden ist. Das ist der Schnee der Ende November gefallen ist. Diese Schwachschicht ist schwer zu erkennen, da sie tief in der Schneedecke liegt. Es genügt bereits das Gewicht eines einzelnen Skifahrers um eine Lawine auszulösen. Ihr könnt hier mehr darüber lesen. In diesem Artikel findet ihr eine Zusammenfassung der Lawinenereignisse der vergangenen Tage. Wenn ihr die Lawinenlageberichte der Gebiete in den Nordalpen lest, dann findet ihr in den meisten Texten Formulierungen, wie 'l'ancienne neige type sucre', 'störanfälligen Altschneedecke' oder 'schwacher Altschnee'.

TIPP: Lest die Lawinenlageberichte auf den Seiten der Gebiete auf wePowder oder auf lawinen.org

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Hochdruck hat die Alpen fest im Griff

Das Wetter in den Alpen wird wieder vom Hochdruck bestimmt sein. Ein aktives Hochdruckgebiet mit dem Namen Brigitta setzt sich über dem Nordwesten der Alpen fest und hält jeden Sturm der aus Westen oder Norden naht auf Abstand.

Hochdruckgebiet Brigitta
Hochdruckgebiet Brigitta

Damit ist die Zeit mit schneereichen Stürmen in den Nordalpen (seit Anfang Januar) erstmal wieder vorbei. Die Strömung dreht sich unter dem Einfluss eines mächtigen Hochdruckgebiets über Europa und einem großen Sturmtief über dem Mittelmeer. Das sorgt bis zum Donnerstag für kalte aber auch trockene Luft in den Alpen.

Die Erwartungen richten sich Richtung westliches und südliches Piemont, wo eine kalte Strömung aus Osten die Feuchtigkeit aus der Po-Ebene und dem Mittelmeer aufsammelt. In den nächsten Tagen gibt es für das Piemont 5-20 cm Neuschnee (kalter, leichter Schnee). Besonders östlich des Monte Viso und des Tende-Tunnels könnt ihr in den kommenden 48 Stunden mit einigem an Schneefällen rechnen.

Auf den Karten ist zwar nichts davon zu erkennen, doch ihr müsst mir glauben, dass es in den nächsten 48 Stunden so kommt. Leider fällt dieser lockere Schnee auf eine sehr harte Unterlage von Ende Dezember. Diese Unterlage werdet ihr beim Powdern definitiv spüren.

Viel Schnee in Italien, Korsika und auf Sardinien

In den Bergen südlich der Alpen schneit es deutlich mehr. Die Tatsache, dass es im Piemont schneit ist ein Indiz dafür, dass der Sturm über dem Mittelmeer noch für mehr Durcheinander sorgen wird. Die Kombination aus kalter Luft aus Osten und der feuchten Mittelmeerluft wird ganz besonders auf den Ostflanken der Gebirgszüge für kräftige Schneefälle sorgen, ganz besonders in den Gebirgszügen von Korsika und Sardinien. In den Abruzzen, aber auch im Apennin wird es jede Menge Schnee geben.

Ganz besonders in den Abruzzen wird es zu Rekord-Schneefällen kommen. Bis zum Samstag rechne ich östlich vom Gran Sasso mit 2-4 m Schnee. Doch auch im Rest des Apennin kommen 50-150 cm zusammen. Die Schneefallgrenze bewegt sich zwischen 400-800 m. Das ist sehr niedrig. In den Gebieten gibt es bereits eine gute Unterlage. Behaltet diese Webcams in den kommenden Tagen im Auge und ihr werdet erstaunt sein was dort passiert.

2-4 m Neuschnee
2-4 m Neuschnee

Eiskalt in den Alpen

Zeitgleich wird es in den Alpen eiskalt. Die Strömung aus Osten bringt kalte Luft aus Russland Richtung Alpen. Die kalte Luft ist schwer und wird in den kommenden tagen bis tief in die Täler absinken. Wenn die Strömung dann später in der Woche nach Südosten dreht wird es in der oberen Atmosphäre wärmer, durch die tiefstehende Sonne kann die kalte Luft jedoch nicht aus den Tälern entweichen. Die Nächte werden in den Tälern richtig kalt, während es auf den Gipfeln etwas angenehmer sein wird.

Trotzdem bestimmt das Hochdruckgebiet die Nordalpen und das Sturmtief den Mittelmeerraum. Rechnet also nicht mit großen Niederschlägen in den Alpen. In den nächsten fünf Tagen dürfte nur das Piemont frischen Schnee zu sehen bekommen. In Zentral-Italien wird es deutlich mehr schneien. Ich bin auf die Bilder von dort gespannt.

Stay stoked. Morris

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