Wann findet der Jetstream wieder den Weg Richtung Alpen?


Door meteomorris op 23 januari 2017 · 0

Das Wetter steck in der Krise. Mehrere Hochdruckgebiete westlich, nördlich und östlich der Alpen halten Stürme weiter auf Abstand. Der Jetstream geht nördlich und südlich an den Alpen vorbei und daher kommen keine Niederschläge zu den Alpen. Selbst der Sturm, der aus dem Mittelmeer her versuchte in das Piemont zu gelangen, wird nicht so viel Schnee bringen wie vorhergesagt. Das ist das erste Mal in der Geschichte von wePowder, dass ich einen PowderAlarm zurücknehmen muss. Das tut mir leid! Heute in der Vorhersage:

  • Bestimmender Hochdruck
  • Etwas Schnee im südlichen Piemont
  • Keine nennenswerten Schneefälle bis Ende Januar
  • Aufgrund der kritischen Lawinensituation brauchen wir dringend Schnee
  • Was sind die Alternativen zu Europa?

Hochdruck
Hochdruck

Bestimmender Hochdruck

Ein Blick auf die Jetstream-Karten, aber auch die Vergleiche der wichtigsten Modelle und sogar die Spaghetti Plots bieten allesamt keine guten Aussichten. In der kommenden Woche brauchen wir in den Alpen nicht mit Schneefällen zu rechnen. Die Tage werden sonnig, die Nächte klar und in den kommenden Tagen werden wir vermehrt über Luftverschmutzung in den Tälern lesen. Die kalte Luft ist schwer und sinkt während der Nächte tief in die Täler ab. Tagsüber kann die Luft nicht entweichen, da darüber die warme Luftschicht liegt. Daher ist die verschmutzte Luft in den Tälern gefangen. Vor Ende des Monats brauchen wir nicht mit weiteren Stürmen in den Alpen zu rechen. Somit bleibt uns leider auch die verschmutzte Luft längere Zeit erhalten.

The storms are not even close to the Alps
The storms are not even close to the Alps

Etwas Schnee im südlichen Piemont

Letzte Woche sah es auf den Wettermodellen noch positive aus, doch jetzt blockiert das Hochdruckgebiet über Europa auch den Sturm aus dem Mittelmeer. Entgegen den Berechnungen vom Freitag (und der letzten Tage) sind jetzt südlich der Alpen eindeutig Isobare zu erkennen. Daher wird ein Großteil des Piemonts nur wenig Schnee abbekommen (Blaue Linie auf der Karte oben).
Die wenige Feuchtigkeit, die das Piemont erreicht, tut dies durch eine relative schwache Strömung aus Nordosten. Daher schneit es nur im südlichsten Teil des Piemont (grüner Pfeil auf der Karte oben).

Etwas Neuschnee für das südliche Piemont
Etwas Neuschnee für das südliche Piemont

Leichter Schneefall in Limone, Piemont
Leichter Schneefall in Limone, Piemont

Obwohl es im südlichen Piemont gerade schneit, handelt es sich nur um einen Bruchteil der Mengen, die bereits vorhergesagt waren. Das Genua-Tief hat wieder einmal unter Beweis gestellt, dass es noch unberechenbarer ist als Politik. Der bedeutendste Faktor aus meteorologischer Sicht, ist der schwache Jetstream, der die Richtung des Mittelmeersturms bestimmt. Der Sturm schafft es schlichtweg nicht aus eigener Kraft bis zu den Alpen. Das kommt selten vor, aber es kommt vor. Normalerweise bleibt ein Sturm in Bewegung, dieser jedoch nicht. Und vom Nichtstun verliert der Sturm seine Energie.

Keine nennenswerten Schneefälle bis Ende Januar

Bis Ende Januar brauchen wir in den Alpen nicht mehr mit Schneefällen zu rechnen. Für Ende des Monats kommt auf den Modellen wieder etwas Bewegung ins Spiel, wir müssen jedoch abwarten, ob der Jetstream den Weg in die Alpen wiederfindet. Laut der Wettermodelle sollte das im Zeitraum zwischen dem ersten und fünften Februar geschehen. Das ist eine lange Phase ohne Niederschläge.

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Aufgrund der kritischen Lawinensituation brauchen wir dringend Schnee

In den letzten zehn Tagen wurden in den Alpen vermehrt von tödlichen Lawinenabgängen berichtet. Beinahe alle Unfälle waren auf ein Problem tief in der Schneedecke zurückzuführen. Eine tief in der Schneedecke eingeschlossene Schicht ist instabil und hat eine Schwachschicht gebildet. Diese Schwachschicht scheint in den letzten Tagen der Grund für viele Lawinenabgänge darzustellen.

Da die Schneedecke in vielen Gebieten relativ dünn ist, reicht oft nur das Gewicht eines einzelnen Wintersportlers aus um ein Schneebrett loszutreten. Wir müssen uns bis zum nächsten Dump gedulden, ehe diese Schwachschicht tiefer in der Schneedecke verschwindet und weniger leicht gestört werden kann. Für die kommende Woche sind jedoch keine nennenswerten Schneefälle in der Vorhersage. geht die Sache also entweder sehr defensiv an, oder bleibt unterhalb von 1900 m.

TIPP: Lest die Lawinenlageberichte auf den Seiten der Gebiete auf wePowder oder auf lawinen.org

Was sind die Alternativen zu Europa?

In den Nordalpen gibt es im Bereich von 1700-1900 m immer noch Powder zu finden und ihr könnt heute auch im südlichsten Teil des Piemont powdern. Es gab aber schon deutlich bessere Zeiten. Wir müssen einfach den nächsten Sturm abwarten. Welche Alternative gibt es? In weiten Teilen Skandinaviens herrschte kürzlich relativ warmes Wetter. Auch dort ist Powder nur schwer zu finden.

In den östlichen Pyrenäen gibt es derzeit etwas Neuschnee (es schneit dort bereits seit einigen Tagen). Die Skigebiete in den östlichen Pyrenäen können zwar nicht mit den spektakulärsten Lines der Welt aufwarten, aber hey, dafür gibt es dort im Moment ganz guten Schnee.

Auch in Zentralitalien hat es in der vergangenen Woche sehr kräftig geschneit. Die Kombination aus Lawinen und Erdbeben hat dort jedoch zu einer Katastrophe geführt. Zusätzlich steigen in den kommenden 24 Stunden die Temperaturen. Das gleiche gilt für Sardinien und Korsika. Es gibt dort weiteren Neuschnee (sogar in den kommenden 36 Stunden), jedoch klettert die Schneefallgrenze nach oben. Besorgt euch die entsprechenden Informationen, bevor ihr einen Trip plant.
Ein Außenseiter ist derzeit Griechenland. Dort ist es kalt und es gibt in der kommenden Woche jede Menge Neuschnee. Alle Skigebiete haben geöffnet und es herrschen sehr gute Bedingungen. Wenn ihr einen Trip mit dem Flugzeug plant, dann lest diesen Artikel über Lawinenrucksäcke im Flugzeug. Unsere Redakteur TobyMcGreen berichtet von seinen Erfahrungen und hat einige Tipps für euch parat.

Stay stoked. Morris


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